Marokko - Fés Madrassa Ben Youssef
Übersicht
Fès, auch Fez genannt, ist eine Provinzhauptstadt im nördlichen Teil Marokkos mit der terrassenförmig angelegten Altstadt Fès el-Bali im Tal des Oued Fès und dem auf einem Plateau liegenden Stadtteil Fès el-Djedid. Die Stadt ist eines der bedeutendsten Wirtschaftszentren des Landes. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählt ein breit gefächertes Handwerk, wie die Verarbeitung von Leder, Textilien und Metallwaren, die Färberei und Töpferei sowie die Herstellung von Kunsthandwerk, Teppichen, Waffen, Schmuck und Parfüm.
Map Fés
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Medina
Darüber hinaus wird ein reger Handel mit Agrarprodukten des Umlands betrieben. Neben seiner kulturellen und politischen Bedeutung ist Fès das wichtigste religiöse Zentrum des westlichen Islam. Fes ist die drittgrößte Stadt Marokkos mit fast 950 000 Einwohnern und gleichzeitig die älteste der vier Königstädte des Landes (Fès, Marrakesch, Meknès, Rabat). Die Stadt galt schon bald nach der Gründung der Qarawiyin-Universität als geistiges Zentrum der Region. Im 19. Jahrhundert wurden die beiden alten Stadtteile durch Neubauten wie den Palast Boujeloud verbunden. Bis zum Anfang des Protektorats im Jahre 1912 blieb Fès die Hauptstadt Marokkos.
Die Altstadt von Fés
Die Altstadt- Fes el Bali - beruht auf dem Stadtteil um die Qarawiyin-Universität, die nach ihrer Gründung im Jahre 859 das Zentrum des öffentlichen Lebens darstellte. Sie wird von einer riesigen Stadtmauer eingeschlossen. In merinidischer Zeit wurden außerdem die zwei Zitadellen "Bourj Nord" und "Bourd Sud" errichtet, die sich auf den Hügeln über der Altstadt befinden. Die sogenannte Neustadt - Fés el Jadid - ist mittelalterlich geprägt und geht auf die Dynastie der Meriniden (1244 - 1465) zurück, die Fes ab 1248 zur Hauptstadt ihres Reiches erklärten. Im Zentrum stehen der Königspalast und das jüdische Viertel (Mellah).
Königspalast von Fés
Fés ist ein Kunstwerk aus mindestens drei Epochen: Der arabische Stadtkern mit der Medina aus dem 9. Jahrhundert, das 500 Jahre jüngere, islamisch geprägte Fés der Mériniden-Herrscher und die Ville Nouvelle der Franzosen mit ihren Amtsgebäuden, palmengesäumten Boulevards und südeuropäischen Straßencafés. Mittendrin liegt der wohl prunkvollste aber für Besucher nicht zugängliche Teil der Stadt: der Königspalast von Fés. Wie er von innen aussieht möchten zwar viele wissen, aber drin war noch niemand. Die Sommerresidenz von König Mohamed VI. bleibt wie auch die vielen anderen Paläste ein Geheimnis.
Geschichte
Fés Moschee El Kairaouine
Der erste Name der Stadt Fés war "Medinat Fas" und wurde durch Idris I. im Jahre 789 am Platz des heutigen Viertels der Andalusier gegründet. 809 gründete Idris II. "al-Aliya" am gegenüberliegenden Ufer des Wadi Fes. Al Aliya entwickelte sich rasch zu einer richtigen Stadt mit Moschee, Palast und Kisariya (Markthalle). Die lebenswichtigen Wasserquellen um Fès, die schon früh berühmt und besungen wurden, waren ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Standortes für die zukünftige Metropole. Zwischen 817 - 818 lassen sich etwa 8.000 andalusische, von den Omayaden von Córdoba aus Spanien vertriebene Familien in der Stadt nieder. Kurz danach kommen 2.000 verbannte Familien aus Kairouan (Tunesien) hinzu, die sich im gegenüberliegenden Stadtteil ansiedeln.
Die Neuankömmlinge bringen sowohl großes technisches und handwerkliches Können als auch Erfahrung mit Städten und städtischem Leben mit und tragen wesentlich dazu bei, dass sich Fès zum kulturellen Zentrum und zum religiösen Herzen Marokkos entwickelt. Die 859 von der reichen Kaufmannstochter Fatima el-Fihrya gegründete Universitätsmoschee „al-Qairawiyin“ wird zu einem der wichtigsten Zentren der Geistlichkeit und der Kultur im Islam. Ihre Ausstrahlung hat über die Schulen des islamischen Spanien bis nach Europa Auswirkungen. Auch der arabische Geschichtsschreiber Ibn Khaldoun lehrte hier. 1276 wurde unter der Herrschaft der Meriniden die neue Stadt El Medinet El-Beida („die weiße Stadt“) gegründet, und gleich mit Umfassungsmauer, Palästen und Gärten ausgestattet. Sie wurde bald unter der Bezeichnung Fès Djedid („das neue Fès“) bekannt, im Gegensatz zu Fès el-Bali, der alten Stadt.
Die jüdische Bevölkerung von Fès el-Bali wurde um 1325 zwangsweise in die Nähe der neuen Palastanlage umgesiedelt. Die Mellah - einem Ghetto vergleichbar, in dem die Juden unter dem Schutz des Sultans lebten - entstand an der Stelle eines früheren Garnisonsviertels für syrische Bogenschützen. Nach einer im Jahre 1522 durch ein Erdbeben verursachten Teilzerstörung der Stadt wurden viele Bauwerke restauriert oder durch neue ersetzt. Die Saadier, eine arabische Familie, die sich in Südmarokko im Draa-Tal niedergelassen hatte und von da aus im 16. Jahrhundert das Land eroberte, nahmen 1554 die Stadt ein, machten aber Marrakech zu ihrer Hauptstadt. 1626 verloren die Saadier die Stadt an die Dila-Bruderschaft.
Fés - Weltkulturerbe
Schon 1981 wurde die Altstadt der Stadt Fes in Marokko in die Liste der Weltkulturgüter der UNESCO aufgenommen. Die frühere marokkanische Hauptstadt ist ein sehr bedeutendes kulturell-religiöses Zentrum. Die Altstadt ("Fes el Bali/el Medina el Qadima") beruht auf dem Stadtteil um die Qarawiyin-Universität, die nach ihrer Gründung im Jahre 859 das Zentrum des öffentlichen Lebens darstellte. Sie wird von der Stadtmauer eingeschlossen. In merinidischer Zeit wurden außerdem die zwei Zitadellen ("Bourj Nord", "Bourd Sud") errichtet, die sich auf den Hügeln über der Altstadt befinden.
Quellenangabe:
Der Text zum Abschnitt Geschichte basiert auf dem Artikel Fès (21. 02.2010) und stammt mit den Fotos "Kasbah Cherarda; Madrassa Bou Inania; Blaues Tor; Gräber der Meriniden; - Autor: Josep Renalias" - "Medina" und "Gerberei" - "Blaues Tor" - "Madrassa Ben Youssef" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotodateien unterliegen der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported und dürfen unter deren Bedingungen weitergegeben werden.
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