Marokko - Agadir Historischer Park in Agadir
Geographie
Marokko liegt zwischen dem 21. und 36. Grad nördlicher Breite sowie zwischen dem 2. und 18. Grad westlicher Länge. Damit befindet sich Marokko in der gleichen Klimazone wie die Kanarischen Inseln, die übrigens nur 100 km entfernt sind. Marokkos Atlantikküste ist 2.300 km lang, dazu kommt noch die Mittelmeerküste mit 500 km. Im Osten grenzt Marokko an Algerien, im Südosten an Mauretanien und West-Sahara. Die topographischen Gegebenheiten Marokkos sind ungewöhnlich vielfältig. Der Norden, bestimmt von den Städten Tanger, Casablanca, Fes und der Hauptstadt Rabat, wird durch das Rif Gebirge geprägt. Es umschließt das Sebou Flussbecken und die Meseta. Dort wachsen Getreide und Wein, gleichzeitig dienen die höher gelegenen Plateaus der Meseta als Weideland oder sind bewaldet.

Der Atlas, unterteilt in den Mittleren, Hohen und Anti Atlas , verläuft von Südwesten bis zum Nordosten. Der Mittlere Atlas ist bis zu 2000 m hoch und verfügt über einen relativ hohen Eichen- und Zedernwaldbestand. Hier findet sich auch eine vulkanische Landschaft. Der Hohe Atlas, der eine Länge von 760 km aufweist, ist bis zu 4100 Meter hoch. Dort gibt es von November bis März sogar die Möglichkeit, Wintersport zu betreiben. Diese Gebirgslandschaft wird von Berbern noch heute für die Schaf - und Ziegenzucht genutzt. Daran angrenzend befindet sich der Anti-Atlas, eine vegetationsarme Gebirgskette, die den Übergang zur Wüste markiert. Hier beginnt das Vorland zur Sahara. In Richtung Süden und Osten findet sich nunmehr nichts als Wüste, gelegentlich durchzogen von oasengesäumten Flusstälern.
Die Natur in Marokko
Raubwürger
Flora und Fauna
Marokko ist das Land mit der Wüste. Es ist nach Algerien und Libyen das drittgrößte Land des Maghreb, einer Region, die alle nordafrikanischen Länder westlich von Ägypten umfasst. Marokkos Kernland ist ungefähr so groß wie Deutschland und Österreich zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Landschaftsformen und Klimazonen hat Marokko eine vielfältige Flora. Hier wachsen Kiefern, Zypressen, Nadelbäume, Atlaszedern, Palmen, Arganienbäume (Eisenholzbaum) , Zedernwacholder, Dattelpalmen, Akazien, Dornbuschpflanzen, Gehölz- und Gebüschformationen sowie verschiedene Pappel-, Eukalyptus- und Akazienarten.
Gazelle
Die Tierwelt Marokkos hat viel zu bieten: verschiedene Affenarten; Beutegreifer wie Schakale, Wildkatzen, Hyänen, Rotfüchse; Greifvogelarten: Falken, Adler, Geier; Zugvögel: Möwen, Pelikane, Flamingos. Reptilien: Geckos, Schildkröten, Schlangen und außerdem noch Skorpione und Heuschrecken. Die Tiefebenen bestehen vor allem aus Busch- und Grasland, das nach Süden hin karger und dorniger wird. In den Wüstenoasen gedeihen Dattelpalmen. An den nördlichen Gebirgshängen finden sich ausgedehnte Wälder aus immergrünen Eichen und Zedern, in den tiefergelegenen Gebieten herrschen Thuja, Wacholder und Ginster vor. Im Rharb und im Rif sind weite Regionen mit Korkeichen bewachsen. Die Tierwelt Marokkos ist weitgehend mediterran, wird aber bereichert durch Cuvier-Gazellen und Berberaffen . Der Fennek (Großohrfuchs) lebt als Wüstentier im Süden, Mufflons gibt es in den Schluchten der Gebirge.
Das Wetter
Marokko liegt im Übergangsbereich von Mittelmeerklima, atlantischem Seeklima und Wüstenklima. Ein besonders ausgeglichenes Klima gibt es an der Atlantikküste. Agadir liegt im Schutz der Berge und hat daher ein bevorzugtes Klima. In den Monaten Juli und August kann es in Agadir und Umgebung - bedingt durch den kühlen Golfstrom vor den Kanaren - zur Bildung von Hochnebel kommen.
Sitten und Gebräuche
Kleiner Markt
Die Marokkaner sind ein nettes, kontaktfreudiges und bunt gemischtes Volk. Die Amtssprache ist Arabisch, Französisch ist weit verbreitet. Vielerorts wird aber auch englisch und deutsch gesprochen. Hier in Marokko geht es weniger hektisch zu als in Mitteleuropa. Stress und Eile sind ein Fremdwort. Um Kleinigkeiten erledigt zu bekommen, warten Sie manchmal lange - kleine Wunder dagegen sind oft viel schneller geschehen. Die Pünktlichkeit, gerade der Geschäftszeiten und der öffentlichen Verkehrsmittel, weichen von Ihren Vorstellungen ab und haben ihren eigenen Rhythmus. Gerade in den Sommermonaten, aber auch nach stärkeren Regenfällen, kommt es zu Engpässen bei der Strom- und Wasserversorgung. Gehen Sie deshalb sparsam mit Wasser um.
Haben Sie Verständnis, dass keine Getränke und Speisen von außerhalb in die Hotels gebracht werden dürfen. Des weiteren ist der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit unerwünscht, ebenso leicht bekleidet über den Boulevard zu spazieren oder „oben ohne" am Pool und Strand zu liegen. Bringen Sie ein wenig Verständnis für die Sitten und Gebräuche Ihres Urlaubslandes auf, und Sie werden immer als angenehmer Gast willkommen sein!
Bevölkerung
Den größten Anteil an der Bevölkerung Marokkos haben die Berber. Wer sind sie, woher kommen sie und wo wohnen oder leben sie? Sie siedeln in Dörfern oder- immer seltener- in Zelten in den Gebirgen und Oasen Nordafrikas von Ägypten bis nach Mauretanien. Auch die Sahara ist in Berberhand: die stolzen Tuareg, die letzen Ritter der Wüste, leben überwiegend in Niger, Mali und Algerien. Sie sind Verwandte der Berber-Nomaden aus dem Südosten Marokkos (Sanhadija-Gruppe). Im nordmarokkanischen Rif-Gebirge leben die freiheitsliebenden Rif-Kabylen (Zenata-Gruppe). Die Schlöh (Masmouda-Gruppe) sind standhafte Bergbauern und gewiefte Händler und siedeln im westlichen Hohen Atlas und im Anti-Atlas. Zwar hat Marokko mit etwa 36 % der Gesamtbevölkerung den mit Abstand größten Berberanteil aller Maghrebstaaten, doch ethnisch und kulturell bietet sich kein einheitliches Bild: zu vielfältig sind die Einflüsse fremder Eroberer und Einwanderer.
In Tafraoute im Anti-Atlas sehen manche Schlöh europäischer als viele Südeuropäer aus. Dagegen erinnern negroide Typen im selben Stamm an die Nähe zu Schwarzafrika. Völkerkundler grenzen die Berbergruppen deshalb über ihre semito-hamitische Sprachen ab, die auf eine Herkunft aus dem Nahen Osten hinweisen.
Weitere Informationen zum Volk der Berber finden Sie hier.....!
Die Rolle der Frau in der Gesellschaft
Frauen in Marokko
Marokkanische Frauen kämpfen für ihre Rechte. Entsprechend der marokkanischen Verfassung hat die marokkanische Frau dieselben politischen Rechte wie der Mann, aber die Tradition fordert, dass sie diskret im Hintergrund bleibt. Sie ist ein Gewerkschafter, der keine Reden hält, aber hinter der Bühne streitet, um ihre vollen Rechte zu erhalten. Und sie erreicht zunehmend, Rechte der aktiven Frau einzuführen. Sie ist auch in der Politik; sie kann Teil des zentralen Kommitees jeder politischen Partei sein. Sie arbeitet sehr schwer um sich und der zukünftigen Generation zu beweisen, dass Frausein und Politik nicht unbedingt inkompatibel sind.
Vor kurzem wurde ein nationales Komitee mit dem Ziel eingesetzt, entsprechend den Idealen der Vereinten Nationen die Frauen stärker am politischen Leben und im nationalem Rat für die Revision des marokkanischen Familiengesetzes teilnehmen zu lassen.
Frau aus Marokko
Dies ist ein sehr komplexes Feld, wo Religion und sozialer Konservatismus mit der Dringlichkeit der Änderung kollidieren. Im Artikel 13 der Verfassung des marokkanischen Königreiches wird allen Bürgern das Recht auf Bildung und Arbeit gewährt. Marokko hat den internationalen Vertrag über ökonomische, soziale und kulturelle Rechte ratifiziert. Marokko hat dasselbe mit internationalen Gewerkschaften und Parteien für die Absicherung von Frauen und dem Prinzip der Gleichheit zwischen den Geschlechtern getan. Jedoch behauptet sich die Tradition weiterhin, dass sie gegenüber dem Ehemann die unterwürfige Ehefrau ist. Dabei zeigt der Koran ungeheure Sorge für Frauen. Er gewährt ihr viele Rechte: sie ist danach ebenso frei wie der Mann; sie kann Eigentum besitzen und hat vollständige Kontrolle darüber; sie muß in die Ehe einwilligen. Der Islam erlaubt und beschränkt auch Polygamie. Jedoch kann eine Frau eine Zusatzklausel zum Ehevertrag fordern, die angibt, dass der Ehemann monogam bleibt.
Text Copyright Frauen in Marokko © by Amin Dabbagh, International Community, Vol.VIII, No.1, S.6ff. (aus dem Englischen übersetzt) 2005 - 2006
Tipps:
Weitere Informationen zur Rolle der Frau in der marokkanischen Gesellschaft finden Sie hier....!
Informationen zur marokkanischen Küche finden Sie hier....!
Tipps zum marokkanischen Kunsthandwerk finden Sie hier....!
Musik in Marokko
Klassische Musik
Auch als andalusische Musik bekannt, ist sie Hofmusik, gesungen und gespielt in den großen Städten des Nordens. Die Orchesterinstrumente bestehen aus Saiteninstrumenten, die gezupft oder gestrichen werden. Die Gesänge werden in klassischem Arabisch oder im andalusischen Dialekt vorgetragen. Die Volksmusik: Variationsreich und voller Phantasie, richtet sie sich nicht nach strengen Regeln. Es sind leichte Lieder, gesungen im arabischen Dialekt der Straße, der Handwerker und der Händler. Die Berber- oder ländliche Musik: Inspiriert von der Zauberwelt des marokkanischen Landlebens ist der hallende Rhythmus des Tamburins (ein runder, mit Ziegenhaut bespannter Holzrahmen), die Begleitung für die Gesänge und Tänze der dörflichen Stämme, großartige Schauspiele, reich an Poesie und von mitreißender Schönheit.
Feiertage - Religion - Ramadan
Marokko Moschee in Marrakech
Die religiösen Feiertage richten sich nach dem islamischen Kalender , so dass sich die Feiertage jedes Jahr um etwa 11 Tage zurückverschieben. Die wichtigsten Feiertage sind das islamische Neujahr, der Geburtstag des Propheten Mohammed, das große Hammelfest auf dem Höhepunkt der Pilgerreise nach Mekka, sowie der Ramadan.
Die Gründung des Islam: Der 570 n. Chr. in Mekka geborene Kaufmann Mohammed verkündete etwa 607 n. Chr. eine neue Religion, die er aus Elementen der arabischen Stammesreligion mit jüdischen, christlichen und vielen praktischen Verhaltensregeln verband. Auf Druck der in Mekka dominierenden Familien zog er sich 622 n. Chr. nach Medina zurück. Mit dieser "Flucht" beginnt die islamische Zeitrechnung. Bis zu seinem Tod 632 n. Chr. nahmen alle arabischen Stämme die neue Religion an. Die wichtigste Glaubensquelle der Moslems ist der Koran. Er besteht aus 115 Suren und enthält die Offenbarungen Gottes an den Propheten.
Casablanca König Hassan II. Moschee - bildquelle: Wikipedia - Autor: Remi Jouan - Lizenz s.u.
Der heilige Fastenmonat Ramadan ist gleichzeitig der Monat der abendlichen Feste. Die Abendstunden werden mit der Familie verbracht. Ungefähr eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang leeren sich die Straßen, und man sieht kaum noch Taxis oder Autos. Der Stadtlärm lässt nach und macht dem Koran, der hoch oben in den Minaretten gesprochen wird, Platz. Appetitanregende Düfte strömen aus den Küchen, während sich drinnen schon die Familienmitglieder eingefunden haben und den Kanonenschlag, der das Ende des Fastentages ankündigt, abwarten, um sich satt essen zu können. Während des Ramadans ist es untersagt, bis zum Ende des Fastentages zu trinken, zu essen, zu rauchen oder Zärtlichkeiten auszutauschen.
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